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August 2016 | Mangelware Bauflächen

Bauland ist knapp – vor allem in attraktiven Innenstadtlagen der Top 7-Standorte. Das treibt die Grundstückspreise in die Höhe und erschwert Projektentwicklern die Akquisition geeigneter Flächen. Mittlerweile können Preisvorstellungen einiger Verkäufer den Einstiegspreis derart verteuern, dass alle anderen Parameter an ihre Grenzen stoßen und eine seriöse Berechnung schwierig wird. Der Wettbewerb verschiedener Nutzungen miteinander wird immer stärker. Nach Ansicht von Gordon Gorski, Geschäftsführer der HOCHTIEF Projektentwicklung GmbH, leiden darunter hauptsächlich die Nutzungsarten Wohnen und Büro. Ein Ausweichen auf urbane Randlagen könne bei der Realisierung von Wohnprojekten helfen, bei Büroimmobilien hingegen nur sehr bedingt.

Die Fachmagazin Immobilienmanager hat sich der aktuellen Situation auf dem Flächenmarkt als Titelthema angenommen. Danach fordern Verbandsvertreter immer wieder einem Mantra gleich, mehr Bauland auszuweisen. Allerdings ist die Lage in den A-Städten nicht überall gleich prekär. Berlin beispielsweise kann mit größeren Flächenreserven aufwarten als Köln. Zudem sieht Gorski Wohnnutzung in den A-Städten nicht per se im Vorteil. Für die Bereiche Handel und Hotel sei es weniger schwierig, da für diese Nutzungsarten Lagen infrage kämen, die unabhängiger vom Lärmschutz seien.  

Dennoch ist Gorski davon überzeugt, dass der Bereich Wohnen momentan die besten Chancen hat, den Konkurrenzkampf um knappes Bauland zu gewinnen: „Hier besteht derzeit der größte Bedarf. Auch sind die Städte daran interessiert, dem Nachfragedruck entsprechend zu begegnen. So verdrängt der Wohnungsbau verdrängen teilweise regelrecht Aktivitäten für andere Nutzungsarten. Immer häufiger werden auf Grundstücken, die einen Nutzungsmix zulassen, mehr oder weniger ausschließlich Wohnungen hochgezogen.“ Aber auch für Hotelimmobilien stünden laut Gorski die Chancen gut. Neue Marken drängten auf den deutschen Markt, vor allem unter dem strategischen Gesichtspunkt, sich hier unbedingt dort einen Standort zu sichern.  

Bei geringer Flächenverfügbarkeit erfordert Projektentwicklung neben mehr Zeit auch mehr Kompromissbereitschaft. Diese und einen langen Atem braucht es auch für die Revitalisierung in die Jahre gekommener Bürohäuser und brachliegender Areale. Beides seien aber ganz klar Alternativen zu frischem Bauland, meint Gorski. Bei einem Refurbishment könne sogar der Bestandsschutz für die bestehende Konstruktion und aktuelle Nutzung ein Vorteil gegenüber einem Neubau sein. Am meisten gäbe sicherlich die Revitalisierung von Konversionsflächen her, was aber in der Regel ein deutlich längeres Unterfangen bedeute. Für den Erfolg sei zudem der richtige Nutzungsmix entscheidend.

Hier geht es zum Artikel „Lückenfüller“ (Seite 7 und 8)